"Schuld" hat der Golf-Opa....

11.09.2008 | Wiesbaden
Junior Moritz Lampert im Ryder Cup - und Marie drückt die Daumen.

Junior Moritz Lampert im Ryder Cup - und Marie drückt die Daumen Er ist ehrgeizig, erfolgreich und eloquent – und man hat das Gefühl, der Junge bewegt sich schon ewig unter Golf-Größen. Dabei ist es erst zehn Jahre her, als ihn Opa das erste Mal mit auf den Golfplatz nahm... Moritz Lampert, heute 16, Arztsohn aus Heidelberg und (Muster-) Schüler mit Vorliebe für Sprachen, wird schon vor dem deutschen Shootingstar Martin Kaymer im Ryder Cup 2008 antreten – genauer gesagt: Beim Junior Ryder Cup, der am 15. und 16. September in Old Stone, Kentucky, quasi als Auftakt des "großen" Duells USA–Europa zählt. Lampert, Mitglied des GC St. Leon-Rot mit seiner beispiellosen Jugendarbeit (die Mäzen Dietmar Hopp sehr am Herzen liegt) schaffte den Sprung ins europäische Junior-Team mit einem beachtenswerten dritten Platz beim European Junior Masters im französischen Chantilly. Und die vier Besten dieser inoffiziellen Europameisterschaft für Golfer bis 16 Jahre erhielten automatisch einen Startplatz im Europa-Team. "Ich freue mich riesig auf diese Nominierung und auch darauf, nach unserem Ryder Cup Martin Kaymer mal live zu sehen. Wir kennen uns nicht, ich bin nur einmal bei einem seiner Bundesligaspiele mitgelaufen, als ich noch klein war." Das war die Zeit, als Opa Horst Bernhard den kleinen Moritz, den drei Jahre älteren Christopher und später auch Nesthäckchen Carolin mit auf den Platz in St. Leon-Rot nahm – woran sich Moritz noch gut erinnert: "Ich war vom ersten Tag von diesem Sport gepackt, obwohl ich später auch Eishockey ganz gerne mochte. Aber die Tatsache, dass ich an diesem Ball, der da ruhig lag und nicht etwa wie im Tennis dahergeflogen kam, am Anfang ein paar Mal vorbei geschlagen habe, machte mich richtig ärgerlich. Ich glaube heute noch, das war der Grund, warum ich diesen Sport dann richtig lernen wollte." Was er schaffte. Mit elf war Moritz badisch-württembergischer Meister in der Klasse bis 12 Jahre. Heute trainiert er "zwei bis drei Stunden am Tag – freiwillig! Ich werde zu nichts gezwungen – ich will es selber." Die Faszination am Golf? "Es ist das Spiel zunächst gegen dich selbst und nicht gegen andere. Im Golfen ist man an den Fehlern immer selbst schuld und kann sie nicht auf andere schieben. Außerdem findet Golfen meisten an schönen Orten mit tollen Panormas statt, ich erinnere mich noch gut an meine ersten Eindrücke in den Alpen, am Vierwaldstätter See. Und auch unsere Familien-Flights sind immer lustig, obwohl einer ja immer passen muss – wir sind ja fünf in der Familie." Seine Idole? "Adam Scott, weil der so nett wirkt und Tiger Woods, was seine Art zu spielen und sein Auftreten anbetrifft. Aber mir imponiert auch Martin Kaymer, weil er trotz seiner Erfolge so bodenständig und normal geblieben ist. Er war ja noch vor wenigen Jahren Amateur und hat jetzt bewiesen, was man alles erreichen kann. Und von Bernhard Langer habe ich letzthin gelesen, dass sowohl für Profis als für Amateure das Putten am wichtigsten ist. Ich glaube, da hat er mit all seiner Erfahrung recht, ich sehe das auch so. Noch am 18. Loch kann man mit schlechten Putts alle guten Schläge davor wieder kaputt machen..." Junge Erfahrungswerte. Reizt ihn auch eine Profi-Karriere? "Nicht unbedingt. Ich lege es nicht darauf an. Mal sehen, vielleicht nach dem Abi. Das will ich 2011 auf jeden Fall erstmal schaffen. Vielleicht gehe ich dann auch wie so viele deutsche Talente nach USA – aber nicht zum Studieren, nur zum Golfen." Bis dahin wird er mit Erfolgs-Trainer Mark Matheis weiterhin "im Sommer nach den Turnieren viel Erfahrungen austauschen und Probleme besprechen", und im Winter Technik-Training absolvieren. "Mein Schwung muss noch kompakter werden..." Sein größter Fan? ...ist selbst Nationalspielerin im deutschen Juniorinnen-Team. "Meine Freundin Marie Tschida lebt leider mit ihren Eltern auf Mallorca, deshalb können wir uns höchstens alle zwei Wochen oder bei gemeinsamen Lehrgängen sehen..." Der (bisherige) Erfolg zeigt, dass das für beide offensichtlich nicht die schlechteste Lösung ist.

Quelle: Pressemeldung Deutscher Golf Verband e.V.

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